precious red rose
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Silvester

Früher dachte ich immer, das Feuerwerk wäre nur zu Ehren meinerseits. In jungen Jahren saß ich immer schon Stunden vor dem Jahreswechsel vorm Fenster und habe zugesehen, wie aus ein paar wenigen Funken mit der Zeit mehrere Kavallerien wurden. Und immer war ich stolz darauf, dass das nur zu meinem Geburtstag geschah. Nur zu meinem. Nie zu einem meiner Freunde. Es hat Jahre gebraucht, bis ich diese naive Arroganz ablegen konnte.
Dennoch liebe ich es heute noch, in aller Ruhe und ohne Trubel wenigstens den Höhepunkt dieses Spektakels anzusehen. Ich will zu diesem Zeitpunkt nicht gestört werden; vor allem nicht zur magischen Sekunde, in der die Zeit still zu stehen scheint, bevor sie wieder weitertickt. Und ein neues Jahr schlägt.
Auch heute noch fühle ich mich erst um ein Jahr gealtert, wenn ich all die funkelnden Lichter sehen kann, wenn ich in den Himmel blicken und für einen Augenblick gleichzeitig sowohl resümieren als auch in die Zukunft sehen kann. Es ist so ein ganz eigenes Gefühl, ein bisschen unheimlich, aber eigentlich viel zu schön, um es missen zu wollen, wo es doch nur einmal im Jahr passiert.
So bin ich auch heuer schon einige Zeit davor in der Kälte gestanden und habe einfach darauf gewartet, die Glocken zu hören, die bunten Lichter zu sehen. Innerlich zählte ich die Sekunden, während ich unbewegt in den immer heller werdenden Himmel starrte –
Und bei Null war es wieder da, die Sekunde der Stille, obwohl man sich in diesem Moment in einer Geräuschkulisse befand, die einer Schießerei alle Ehre gemacht hätte. Aber für mich war alles nebensächlich, als genau in der einen Sekunde die erste Schneeflocke auf meiner Nasenspitze landete, als genau in der einen Sekunde der Himmel über mir von roten, gelben, grünen Blitzen durchzuckt wurde, wie ein Farbengewitter, und die ersten Sterne vor meinen Augen zu funkeln begannen.
Sie glühten auf, sie verblassten wieder, dasselbe Spiel immer und immer wieder von vorne, und während ich das Funkeln endlich wieder hautnah, für alle sichtbar, erleben durfte, wurde mir auch bewusst, warum wir Menschen jedes Jahr diesen Kult zelebrieren. Warum sich jedes Jahr auf der ganzen Welt Menschen zusammenfinden, um die Welt für nur ein paar Minuten zu erhellen, um auf den Himmel zumindest Schatten von Sternen zu zeichnen.
Nun, eben genau deswegen – wegen den Sternen. In jedem Menschen sitzt der instinktive Wunsch, eines Tages die Sterne zu erreichen, sie zu berühren und festzuhalten, sie einfach nicht mehr loslassen, bis alles, alles wieder in Ordnung ist. Das ganze Jahr über vergessen wir viel zu gerne auf diese Glücksbringer, doch wenigstens einmal, zu Ende und zu Anfang, wollen wir uns selbst daran erinnern, dass unsere Glücksbringer zwar manchmal weit entfernt erscheinen, aber wenn wir es nur ganz fest wollen, sie zu fassen bekommen. Denn in jedem von uns leuchtet ein Stern. Und weil Sterne eben ungern alleine sind, ziehen sie alle anderen funkelnden Lichter wie von selbst an.
Wir müssen uns darüber nur bewusst werden.

fantasy: Janine
23.1.08 07:14
 


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