precious red rose
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Waldelfe
Im Zug mit 2 Typen kleine Fläschchen Jägermeister getrunken und die Fahrt zu meinem Ziel kichernd verbracht. Dort sprach mich eine süße ausländische Frau an, wo denn die Blumenstraße sei. Sie wäre frisch umgezogen, zum ersten Mal mit dem Zug gefahren und nun wüsste sie nicht, wo ihr Zuhause sei. Frank wartete schon auf mich, ich schilderte kurz ihr Problem und kurzerhand fuhren wir sie noch bis zu ihrer Haustür.
Später spazierten wir warm eingepackt durch den Schnee, mir war nicht nach Reden, über nichts von Belang, und so hörte ich zu, wie er über seinen Chef fluchte, von seinem Bruder erzählte und dass er in Betracht ziehen würde, nach Hamburg, München oder Stuttgart zu wechseln. Ich machte Schneeengel und er pustete ein Kleeblatt in das pulverige Weiß. Ich fragte mit keinem Wort nach den Frauen in seinem Leben und auch er stellte keine Fragen.
Zurück bei ihm schauten wir das Ende von DSDS, das er in unserer Abwesenheit auf Video aufgenommen hatte und zappten noch herum, bis wir viel zu müde waren und ins Bett gingen.
Am nächsten Morgen schreckte ich kerzengerade hoch, der Radiowecker war neben mir ziemlich laut angegangen - nur leider ohne Sender. Ich brauchte ein paar Sekunden, bis ich kapierte, dass ich ihn ausmachen müsste, um diesen unerträglichen Lärm loszuwerden und drückte panisch auf irgendwelche Knöpfe. Dann fiel ich erschöpft zurück aufs Kopfkissen, holte tief Luft und fühlte meinen Puls immer noch wie wahnsinnig rasen. Frank neben mir fing an zu lachen, machte den Wecker ganz aus und zog mich an sich. Eine halbe Stunde später gab er mir einen Kuss auf die Stirn, stand auf und flüsterte leise, ich solle liegen bleiben. Als ich murmelnd protestierte, ignorierte er das, nein nein schlaf du mal weiter. Ich hörte ihn in der Küche werkeln, dann im Bad und dann kam er zu mir und versuchte mir zu erklären wie sein Mikrowellen-Backofen funktionierte. Ich nickte nur schlaftrunken, streckte ihm zum Abschied die Arme entgegen und er setzte sich aufs Bett und drückte mich kurz.
Bevor er ging, kam er nochmal kurz zu mir und sagte in einem todernsten Ton, "hey und wehe du wagst dich wieder an mein Geschirr! Dann setzt's was! Das ist mein Dreck, den mach ich selbst weg!". Ich schlief grinsend wieder ein.
Viele Stunden später wachte ich wieder auf, duschte, frühstückte gemütlich, während im Fernsehn irgendein Skifahrer verarztet wurde, wusch dann nur meine eigenen Sachen ab und machte das Bett.
Als wäre ich nie dagewesen.
thoughts: Waldelfe
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freundschaft sollte wie ein netz sein. wenn ich falle, muss ich mich darauf verlassen können und nicht kontrollieren müssen, ob auch ja alle seile fest sind.
thoughts: waldelfe
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[Weltuntergang!]
Jetzt hab ich es endlich geschafft Tim, Ingo und Richy (auch wenns bei letzterem noch etwas zwickt), loslassen und wieder alleine im Leben stehen zu können, da kommt ein noch viel viel viel größeres Drama:
"Hallo, ist Marco heute nicht da?"
"Nein..."
"...und wann ist er wieder da?"
"Marco arbeitet nicht mehr hier...!"
"Wie?! Und wo arbeitet er jetzt?"
"Marco schneidet keine Kunden mehr, er ist seit 01.06. mit L'oreal auf Touren!"
Karrieresprung. Ich wusste ja, dass er noch viel vorhat und nicht ewig in seinem (eigenen) Friseurgeschäft verweilen will, aber dass er mich so schnell verlässt?! Wer kümmert sich jetzt um meine Haare, spielt mir Helge Schneider vor, sagt mir dass ich mein Leben genießen soll und braucht für einen Haarschnitt die doppelte Zeit, weil wir so viel verquatschen...?
Ich stand erstmal total vertrottelt, wie vor den Kopf geschlagen in der Innenstadt. So einen Friseur wieder zu finden ist genauso schwer wie die Suche nach dem Mann für's Leben.
thoughts: waldelfe
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